Kompressionssyndrome peripherer Nerven

Periphere Nerven

Diagnostik

Die Diagnostik peripherer Nervenkompressionssyndrome ist relativ geradlinig. Zunächst erfolgen die Erfassung der Krankheitsgeschichte und die neurologische Untersuchung. Die Verdachtsdiagnose eines Nervenkompressionssyndroms wie eines Karpaltunnelsyndroms wird dann elektrophysiologisch (=elektrische Messung der Nervenbahnen) bestätigt. Sämtliche Untersuchungen können in meiner Praxis erfolgen.

Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnelsyndrom

Indikation

Bei dieser Erkrankung wird der mittlere Handnerv beim Eintritt in die Hohlhand meistens durch eine Bandverdickung mechanisch eingeklemmt. Dies führt vor allem zu nächtlichen, schmerzhaften Gefühlsstörungen der Hand. Die Behandlung kann, solange keine neurologischen Ausfälle auftreten, konservativ mit Schonung der Hand mit einer Handgelenkschiene und verschiedenen Medikamenten erfolgen. Bei Therapieresistenz oder bei neurologischen Ausfällen führe ich folgende Operation durch:

Verfahren

Offen mikrochirurgisch: Über einen ca. 2 cm kleinen Schnitt in der Hohlhand wird das Band durchtrennt und der Nerv langstreckig frei gelegt. Vorteil der offenen Methode ist, dass der Nerv dargestellt wird und eventuelle andere Ursachen für die Kompression (wie Entzündungen und Verdickungen von Sehnenscheiden) erkannt und beseitigt werden.

Ablauf

Der Eingriff dauert ca. 15-20 Minuten und erfolgt in örtlicher Betäubung und -abhängig von der Pflegebedürftigkeit des/der Patienten/in - ambulant. Die Hand wird nach der Operation im Handgelenk für ca. 10 Tage mit einem Verband ruhiggestellt. Die Mobilisation des Handgelenkes erfolgt hiernach im täglichen Gebrauch ohne Belastung über 1 bis 2 Wochen. Insgesamt ist die Hand für ca. 4-6 Wochen weniger belastbar.

Periphere Nerven

Sulcus-ulnaris-Syndrom

Indikation

Bei dieser Erkrankung wird ein großer Armnerv bei seinem Verlauf um den Ellenbogen mechanisch gereizt und führt zu Schmerzen oder Ausfällen an dem 4. (Ringfinger) und 5. Finger (Kleinfinger) der Hand. Die Behandlung kann, solange keine neurologischen Ausfälle auftreten, konservativ durch Ruhigstellung im Ellenbogengelenk und Medikamente erfolgen, ansonsten steht folgendes operative Verfahren zur Verfügung:

Verfahren

Mikrochirurgische Nervenfreilegung mit und ohne Verlagerung über den Ellenbogen: Über einen ca. 6 cm langen Schnitt an der Innenseite des Ellenbogens wird der Nerv aufgesucht und langstreckig freigelegt. Bei Neigung zur Spontanverlagerung über den Ellenbogen wird er ggf. zusätzlich endgültig dorthin verlagert und in einer Gewebstasche festgehalten um die weitere mechanische Reizung am knöchernen Ellenbogen zu verhindern.

Ablauf

Der Eingriff dauert ca. 1 Stunde und erfolgt meistens in Masken-Narkose und ambulant. Hiernach wird der Ellenbogen für ca. 10 Tage in einem Verband relativ ruhiggestellt. Die weitere Mobilisierung erfolgt ohne Belastung über 2 Wochen im täglichen Gebrauch. Insgesamt ist der Arm für ca. 6 Wochen weniger belastbar.